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WWF Waldbrandstudie 2011

Aktuelle WWF-Studie "Wälder in Flammen"

© Michel Gunther / WWF-Canon

30.08.11 - Weltweit haben nur etwa 4 % aller Waldbrände natürliche Ursachen wie beispielsweise Blitzeinschlag. In allen anderen Fällen ist der Mensch – sei es direkt oder indirekt, sei es fahrlässig oder vorsätzlich – verantwortlich für den Brand.

Immer dann, wenn Waldbrände zu heftig, am falschen Ort, zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt oder zu häufig auftreten, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass das Ökosystem durch menschliche Eingriffe aus den Fugen geraten ist.

Es liegt in unserer Verantwortung, diesen menschgeschaffenen Waldbränden Einhalt zu gebieten!

Wichtigste Maßnahmen im Kampf gegen Waldbrände sind:

  • Das Hauptaugenmerk beim Kampf gegen Waldbrände sollte auf der Vorbeugung von Bränden liegen. Dazu ist zunächst eine der jeweiligen Region angepasste Ursachenforschung notwendig. Erst auf dieser Basis können effektive und effiziente Strategien entwickelt werden, wie mit Bränden von Fall zu Fall umzugehen ist. Schon diese Voraussetzung fehlt leider in vielen der betroffenen Staaten.
  • Daneben sollten die Waldbrandgefahr und ein entsprechend angepasstes Verhalten im öffentlichen Bewusstsein durch Aufklärung und Erziehung verankert werden, um fahrlässige Brandstiftung zu vermeiden.
  • In der Forstwirtschaft der einzelnen Länder muss die Rolle des Feuers viel stärker als bisher berücksichtigt werden. Auf Kahlschläge oder das Anpflanzen fremdländischer Bäume muss verzichtet werden. Ein prominentes Beispiel sind brandanfällige Eukalyptus-Monokulturen in Portugal, welche die ehemals verbreiteten und feuerfesten Korkeichen verdrängt haben. Ziel sollte es sein, durch den Aufbau möglichst natürlicher Wälder die Anfälligkeit für Feuer zu verringern.
  • Die Waldbrandgefahr muss in den betroffenen Ländern stärker als bisher in die Raumplanung integriert werden. In besonders gefährdeten Gebieten sollte auf die Errichtung neuer Siedlungen verzichtet werden.
  • Ebenso wenig sollte die Umwidmung von Waldbrandflächen in Bauland gestattet sein, da hierdurch Anreize für Brandstiftung geschaffen werden können.
  • Bei der Brandbekämpfung müssen die Verantwortlichkeiten zwischen den verschiedenen Stellen (Behörden, Feuerwehr, Bürger) klarer sein. Für die Überwachung von Risikogebieten und von Waldbränden müssen ausreichende finanzielle Mittel und personelle Kapazitäten zur Verfügung stehen. Das Gegenteil ist oftmals der Fall: Obwohl es in vielen Regionen immer mehr brennt, werden die Finanzmittel zur Brandbekämpfung immer weiter reduziert.
  • Für die Einsatzkräfte müssen Ausbildungsprogramme und Szenarien über Waldbrandabläufe entwickelt werden, damit sie umgehend und richtig reagieren können und damit letztendlich keine Menschenleben gefährdet werden.
  • Gesetze und Strafmaßnahmen bei fahrlässiger und vorsätzlicher Brandstiftung müssen striktere Umsetzung finden. Ermittlungsbehörden sind oftmals überlastet oder schlecht ausgebildet und können solchen Vergehen nicht nachgehen.

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